pH-Wert
Der pH-Wert beschreibt die Säure-Base-Lage des Wassers und steuert unmittelbar den HOCl-Anteil (aktives Chlor) des freien Chlors. Ein Arbeitsbereich von etwa 7,0–7,4 verbindet eine noch hohe Desinfektionsleistung mit vertretbarer Material- und Hautverträglichkeit. Oberhalb von pH 7,5 fällt der Anteil an aktivem Chlor (und damit des eigentlichen Desinfektionsmittels im Wasser) deutlich ab.
Carbonathärte / Alkalinität / TA
Die Carbonathärte / Alkalinität / TA (in °kH oder ppm) ist die Pufferkapazität gegenüber pH-Änderungen. Sie bestimmt, wie viel Säure oder Base nötig ist, um den pH-Wert zu verschieben. Herstellerangaben zu pH-Stellmitteln beziehen sich typischerweise auf etwa 15 °kH (ca. 270 ppm); die reale Dosiermenge weicht also – je nach tatsächlicher Carbonathärte (Alkalinität) – stark davon ab.
Eine zu hohe Carbonathärte macht die pH-Korrektur verbrauchsintensiv. Eine zu niedrige Härte – unter etwa 2 °kH (ca. 36 ppm) – führt zu instabilem pH-Wert. Bereits geringe Mengen pH-Minus, Niederschlag oder die Beckennutzung selbst können dann starke Änderungen im pH-Wert hervorrufen oder einen Säuresturz auslösen. Zusätzlich werden Messungen mit Fotometern unzuverlässig: Phenolrot-Fotometer-Messungen und Elektroden-Messwerte können um 0,2–0,5 pH-Einheiten voneinander abweichen. Eine kalibrierte pH-Elektrode ist in diesem Fall immer vorzuziehen, da ihre Messung nicht von der Carbonathärte des Wassers abhängt.
Abnahme und Anheben der Carbonathärte
Jede pH-Minus-Dosierung reduziert die Carbonathärte. Ohne regelmäßigen Frischwasserersatz (Rückspülung und Nachspeisung) oder gezieltes Anheben sinkt die Alkalinität innerhalb weniger Wochen gegen null. Zum Anheben eignet sich Natriumhydrogencarbonat: etwa 30 g/m³ erhöhen die Carbonathärte um 1 °kH (ca. 17,8 ppm).
Vorsicht bei enthärtetem Füllwasser
Bei Füllwasser aus Wasser-Enthärtern (Ionentauschern) ist Vorsicht geboten: Fotometrische Alkalinitäts-Messungen (ALKA-M-Indikator) erfassen auch Natriumionen, die nicht zur Pufferkapazität beitragen – das Messergebnis wird dann eine scheinbar ausreichende Carbonathärte vortäuschen. Hier ist eine Bestimmung per Titration (Tropfentest für Carbonathärte, nicht Alkalinität) die zu bevorzugende Variante.
Fazit
pH-Wert und Carbonathärte sind damit keine Nebenparameter, sondern die Voraussetzung dafür, dass aus dem gemessenen freien Chlor überhaupt ein ausreichender Anteil aktiven Chlors entsteht und stabil gehalten werden kann.